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Informationen zum Schwangerschafts-Diabetes

Der Schwangerschaftsdiabetes ist eine weltweit zunehmende Erkrankung und eine der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Er stellt eine erstmals in der Schwangerschaft auftretende Glucosetoleranzstörung (krankhafte Blutzuckererhöhung) dar. Die Angaben über die Häufigkeit schwanken international zwischen 1% bis 20%.


Welche Folgen kann die Erkrankung haben?

Akute Folgen für die Mutter:

Es besteht ein erhöhtes Risiko für Harnwegsinfekte, schwangerschaftsbedingte Blutdruckerhöhung oder Gestosen (so genannte Schwangerschaftsvergiftungen). Bei der Geburt steht eine höhere Rate an Kaiserschnittentbindungen und vaginal operativen Entbindungen (Zangen- oder Saugglockenentbindungen) im Vordergrund.

Langzeitfolgen für das Kind:

Kinder von Müttern mit unzureichend behandeltem Schwangerschaftsdiabetes haben ein erhöhtes Risiko, bereits in der Pubertät oder im frühen Erwachsenenalter Übergewicht oder eine Glucosetoleranzstörung zu entwickeln. Wegen dieser ungeheuren Bedeutung der Erkrankung wäre es wünschenswert, bei jeder Schwangeren eine Untersuchung auf Schwangerschaftsdiabetes durchzuführen. Leider konnte dies bisher noch keinen Eingang in die Mutterschaftsrichtlinien und damit in die gesetzliche Vorsorge finden. Lediglich Risikopatienten werden einer genaueren Diagnose zugeführt. 

Die im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen durchgeführten Kontrollen des Urins auf Zucker gelten heute als ungeeignet, den Schwangerschaftsdiabetes in ausreichendem Maße zu diagnostizieren.


Für Patienten ohne erkennbare Risiken bietet unsere Praxis die Möglichkeit einer einfachen Screeninguntersuchung an.

Zwischen 24. und 28. Schwangerschaftswoche erhalten Sie bei uns eine Glucoselösung, die Sie innerhalb von 3 bis 5 Minuten austrinken müssen. Anschließend müssen Sie einen Stunde in der Praxis verweilen. Danach erfolgt eine Blutentnahme. Der Test kann zu jeder Tageszeit, unabhängig von der Nahrungszufuhr durchgeführt werden. Ergibt der Test einen auffälligen Wert, besteht der Verdacht auf einen Schwangerschaftsdiabetes. Das Ergebnis muss nun durch einen 2-Stundentest bei einem Internisten oder Hausarzt konkretisiert werden. 

Sollte sich ein Schwangerschaftsdiabetes bestätigen, so können durch Diät, regelmäßige Stoffwechselüberwachung, ggf. auch an Spezialeinrichtungen und bei Bedarf eine Insulintherapie Komplikationen vermieden werden.

Da die reine Screeninguntersuchung wie bereits erwähnt, kein Bestand der Mutterschaftsvorsorgeuntersuchungen ist, werden die Kosten dafür auch nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, sodass wir Ihnen selbst die Kosten in Rechnung stellen müssen. Ergibt sich allerdings aus einem Screeningtest eine Auffälligkeit, so ist die weitere Abklärung selbstverständlich Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. 


Erstattungspflicht für alle Krankenkassen

Mittlerweile ist der Test in die Mutterschaftsrichtiline übernommen worden, so dass eine Erstattungspflicht für alle Krankenkassen besteht.

Leider gibt es noch keine direkte Abrechnungsmöglichkeit gegenüber allen Krankenkassen, so dass es sein kann, dass Sie zunächst von uns eine Privatrechnung erhalten, diese aber bei Ihrer Krankenkasse zur Rückerstattung einreichen können.